6. Implantologie

Die moderne dentale Implantologie ist bereits seit mehreren Jahrzehnten fester und anerkannter Bestandteil der Zahnmedizin. Zahnimplantate als künstliche Zahnwurzeln bilden gemeinsam mit dem Zahnersatz eine optimale funktionelle und ästhetische Einheit: von der implantatgetragenen Einzelkrone bis hin zur Vollprothese auf sechs Implantaten im Unterkiefer.

Als Master of Science Implantologie/Orale Chirurgie biete ich Ihnen gemeinsam mit meinem Mannheimer Team ein ausgesuchtes Leistungsangebot der Implantologie an. Dabei verwenden wir ausgewählte hochwertige Implantattypen, schonende chirurgische Verfahren sowie modernste Diagnostik (siehe Kapitel 6.1).

6.1 Virtuelle Implantatplanung

Der Einsatz der Cone-Beam-Technik (Digitale Volumentomografie) gepaart mit geeigneten interaktiven Softwarelösungen ermöglicht es den Zahnärzten heute, virtuelle Planungen der Implantationen durchzuführen.

Dies wirkt sich besonders positiv auf die optimale Auswahl des Implantattyps, seine exakte Platzierung, die Ausarbeitung des Zahnersatzes, sein ästhetisches Erscheinungsbild, die Anpassung an das Gebiss sowie die Belastbarkeit und Langzeitstabilität aus.

Die Vorhersagbarkeit des Implantationsergebnisses ist bei Anwendung dieser Technik wesentlicher höher im Vergleich zur konventionellen Implantatbehandlung.

Darüber hinaus kann unser Zahnärzte-Team in Mannheim schonender vorgehen, da die dreidimensionale Darstellung des Operationsgebietes die gegebenen anatomischen Strukturen im Bereich der Insertionsstelle sehr gut abbildet.

Implantologie
Oberkieferbohrschablone [© Dr. Finger]
Implantologie
Unterkieferbohrschablone [© Dr. Finger]
Wir setzen je nach Fragestellung verschiedene Bohrschablonen zur exakten Platzierung der Implantate ein. [12]

6.2 Feste Zähne an einem Tag

Feste Zähne an nur einem Tag: Wir blicken in unserer Zahnarztpraxis in Mannheim bereits auf 10 Jahre Erfahrung mit dieser Methode zurück. Unseren zahnlosen Patienten bietet sich hier eine hervorragende Möglichkeit, das Gebiss wiederherstellen zu lassen. Ein optimaler Kaukomfort, ungehindertes Sprachvermögen sowie Wiedererlangung der individuellen Gesichtsästhetik resultieren daraus.

Implantologie
Unterkieferprothese auf sechs Implantaten [©Vlad Kochelaevskiy, fotolia.com]
Wir empfehlen sechs Implantate zur Stabilisierung einer festsitzenden Unterkieferprothese sowie acht für den Oberkiefer. Hierzu wird eine virtuelle Implantatplanung durchgeführt sowie eine schablonenunterstützte Implantation vorgenommen.

Nach dem Implantieren wird Ihnen zunächst ein Provisorium eingesetzt, das innerhalb von kurzer Zeit durch den endgültigen Zahnersatz – die Prothese – ersetzt wird. Lockere Vollprothesen, Druckstellen oder ein verkniffenes Lächeln sind mit diesen Lösungen Teil der Geschichte. Vertrauen Sie auf unsere Fachkompetenz und mehrjährige Erfahrung! Siehe dazu auch unter [13].

6.3 Knochenaufbau

Eine der unabdingbaren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zahnimplantation ist ein ausreichendes Knochenbett, in welches das Implantat langfristig stabil einwachsen kann.

Nachfolgend erhalten Sie Informationen zu geeigneten Knochenaufbaumaterialien sowie chirurgischen Techniken. Auch die Situation des beteiligten Weichgewebes lassen wir dabei nicht außer Acht.

6.3.1 Knochenaufbaumaterialien

Auch hinsichtlich der Knochenaufbaumaterialien bietet sich den Zahnärzten ein breites Spektrum zur Auswahl an. Neben Aufbaumaterial aus Rinder- oder Schweineknochen steht ebenso synthetisches Knochenersatzmaterial (KEM) zur Verfügung. Goldstandard bleibt jedoch der Knochenaufbau mit autologem (körpereigenem) Knochen.

Haben wir nach umfassender Diagnostik ein Knochendefizit festgestellt, gewinnen wir zunächst ein Knochentransplantat aus Ihrer Mundhöhle, das wir in den defizitären Knochen einbringen und verheilen lassen. Erst nach Optimierung des Knochenbetts erfolgt die eigentliche Implantation. [14]

6.3.2 Chirurgische Verfahren

Chirurgische Verfahren sind notwendig, um zum einen den Knochen aufzubauen und zum anderen das Zahnimplantat in den Kieferknochen einzupflanzen. Dabei achtet unser Zahnärzte-Team darauf, alle diagnostischen Mittel zu verwenden, die zu einer hochpräzisen Vorausschau der Implantation beitragen. Darüber hinaus setzen wir in unserer Zahnarztpraxis in Mannheim schonende chirurgische Verfahren, wie zum Beispiel die Piezosurgery ein, welche zu einer blutungsarmen und gewebeschonenden Behandlung führen.

6.3.2.1 Sinuslift

Der Sinuslift (die Sinusbodenaugmentation oder -elevation) wird in unserer Zahnarztpraxis zur Erweiterung des Oberkieferknochenangebots vor oder während einer Zahnimplantation angewendet. Wir unterscheiden dabei die externe und interne Variante. Die folgende Darstellung zeigt die Vorgehensweise bei einem externen Sinuslift.

Implantologie
Externer Sinuslift [©Piumadaquila, fotolia.com]
Wie in der Abbildung dargestellt, wird im Seitenzahnbereich die Kieferhöhle chirurgisch eröffnet, die Kieferhöhlenschleimhaut mit feinen Instrumenten angehoben und der dadurch entstandene Hohlraum mit KEM aufgefüllt. Nach einer angemessenen Einheilphase werden die Implantate in das neue Knochenbett eingepflanzt.

Der interne Sinuslift hingegen wird zeitgleich mit der Implantation durchgeführt. Er eignet sich zur Auffüllung geringer Knochendefizite des Oberkiefers. Bei der Implantatkanalbohrung werden zur leichten Anhebung der Oberkieferhöhlenmembran (Schneidersche Membran) unterschiedliche Osteotome (Knochenmesser) verwendet, deren Durchmesser vergrößert wird. Implantat und KEM werden in einem Schritt eingebracht. So hat das Zahnimplantat trotz leichter Knochendefizite ausreichend Platz im Kieferknochen.

6.3.2.2 Bonespreading

Beim Bonespreading (engl.: bone = Knochen, to spread = spreizen) handelt es sich um ein weiteres chirurgisches Verfahren, das wir zum Wiederaufbau des Kieferknochens bei schmalem Kieferkamm in Bezug auf eine geplante Implantation in unserer Zahnarztpraxis anwenden.

Durch die Anwendung spezieller Keile wird der Knochen aufgespreizt. Zusätzlich verwendet unser Zahnärzte-Team Osteotome, mit denen das Implantatbett angemessen vergrößert werden kann. Auf diese Weise erzielen wir eine maximale Dehnung des zu schmalen Knochens bei gleichzeitiger Einbringung des Implantats. [15]

6.3.2.3 Bonesplitting

Beim Bonesplitting (engl.: bone = Knochen, to split = spalten) wird der zu schmale Kieferkamm mit geeigneten Osteotomen in ein inneres und äußeres Blatt gespalten. Der daraus resultierende Spalt wird mit KEM aufgefüllt. Es kann eine Einheilungsphase notwendig sein, wenn der Knochen nicht genug Primärstabilität zur Aufnahme des Implantats aufweist. Bei optimalen Bedingungen können wir jedoch die Implantation zeitgleich mit dem Knochenaufbau durchführen. [15]

6.4 Weichgewebsmanagement

Nicht nur ein ausreichendes Knochenlager spielt eine wesentliche Rolle für das erfolgreiche Einwachsen des Zahnimplantats in den Kieferknochen, sondern auch das umgebende Weichgewebe des Implantats.

Sowohl die ästhetischen als auch die funktionalen Aspekte des Weichgewebes werden dabei von unserem Zahnärzte-Team berücksichtigt. Es geht zum einen darum, nach Implantation und prothetischer Versorgung eine optimale Rot-Weiß-Optik zu erzielen, zum anderen soll sich das Zahnfleisch wieder an den Zahnhals anlegen und eine gesunde Papille zwischen den Zähnen ausbilden, sodass die funktionelle Integrität des implantatgetragenen Zahnersatzes gewährleistet wird.

Im Optimalfall liegt ausreichend keratinisierte Gingiva (Zahnfleisch) vor, die nach Freilegung des eingeheilten Implantats mit einem Gingiva-Former angepasst wird. Ist dies jedoch nicht der Fall, kann unser Mannheimer Zahnärzte-Team mit einem aus dem Gaumen gewonnenen Bindegewebstransplantat (Goldstandard) eine Deckung des Weichgewebsdefizites erreichen. Nach dessen Einheilung zeigt sich eine natürliche Rot-Weiß-Ästhetik. Das ausreichend „feste“ Zahnfleisch umschließt sicher den implantatgetragenen Zahn. Auf diese Weise können wir das Risiko für Entzündungen am Implantat oder eine suboptimale Einheilung effektiv verringern. [16]